Crowdfunding

Beim Crowdfunding finanzieren viele Menschen gemeinsam ein Projekt. Anders als beim Fundraising können die Geldgeber beim Crowdfunding beispielsweise eine Gegenleistung in Form von Prämien bekommen, so etwa das fertige Werk (Vorfinanzierung) oder individuelle Geschenke (Dankeschöns). Im Falle des Crowdinvesting kann es sich um eine Gewinnbeteiligung handeln. Unterstützer erhalten darüber hinaus eine emotionale Beteiligung am Projekt, Unterhaltung & Entertainment durch den Projektverlauf und einen Wissensvorsprung durch interne Informationen, die nur für Unterstützer bereitgestellt werden.

Nach zwei kleinen erfolgreich finanzierten Projekten Ende 2010 kann das Jahr 2011 als Startjahr für Crowdfunding in Deutschland betrachtet werden. Auf den wichtigsten heutigen deutschen Plattformen für kreative Projekte Startnext, VisionBakery, inkubato, PledgeMusic, SellaBand oder Krautreporter stehen über 30 verschiedene Projektkategorien zur Verfügung, wobei der Schwerpunkt auf künstlerischen und kreativen Projekten liegt. So sind Kategorien wie Design, Kunst, Mode, Musik, Film bzw. Video, Foto, Events/Ausstellung, Bühne/Theater, Essen & Trinken, Journalismus sowie Sport häufig vertreten. Die Erfolgsquote von finanzierten Projekten liegt im Durchschnitt bei ca. 40 %.

Wie starte ich eine Crowdfunding Kampagne?

Um eine Crowdfunding Kampagne zu starten, nimmt man vorab Kontakt zu einer Crowdfunding Plattform auf. Viele Plattformen helfen auch bei der Projektentwicklung und geben in Workshops Tipps zur Projektpräsentation. Bei Startnext gibt es auch eine sogenannte „Startphase“, in der erst Supporter akquiriert werden, erst dann folgt die Finanzierungsphase.

Fast unumgänglich ist bei der Projektpräsentation auf einer Plattform die Erstellung eines Videoclips, in dem man möglichst persönlich für das Projekt wirbt und erklärt, wofür genau Geld benötigt wird. Als nächstes werden Prämien festgelegt: für einen bestimmten Betrag gibt es eine bestimmte Prämie. Je höher der Betrag, desto origineller werden die Prämien. Prämien können zum Beispiel Eintrittskarten für ein Theaterstück, eine DVD, ein Poster, eine Einladung zu einer speziellen Unterstützer-Veranstaltung, aber auch die namentliche Nennung des Funders in den Credits sein. Die Wahl der Prämien sollte gut durchdacht  und möglichst originell und attraktiv sein.

Doch mit dem Publizieren des Projekts auf der Plattform ist es nicht getan. Der Erfolg einer Kampagne hängt weitestgehend davon ab, wie gut die eigene „Öffentlichkeitsarbeit“ organisiert ist. Am besten eignen sich Social Media für die (virale) Verbreitung der Kampagnen. Dabei ist es sehr vorteilhaft, auf eine bereits bestehende „Crowd“ (Fangemeinde) zurückgreifen zu können. Wichtig ist dabei auch, die Unterstützer mit regelmäßigen Updates zum Projektstand zu versorgen.

Generell ist das Anlegen einer Crowdfunding Kampagne kostenlos. Bei erfolgreicher Finanzierung berechnen die Plattformen zum Teil eine Provision zwischen 4 %und 15%. Zusätzlich fällt häufig eine Paypalgebühr zu Lasten des Projektinitiators an.

Normalerweise geht es beim Crowdfunding um die „Alles-oder-nichts-Finanzierung“, d.h. wird die angestrebte Summe bis zum Ablauf der Frist nicht erreicht, erhalten alle Funder ihren Einsatz zurück und das Projekt geht leer aus. Nur bei 100% Finanzierung fließt Geld. Aber auch hier gibt es Ausnahmen (Indiegogo). Eine Überfinanzierung eines Projekts ist auch möglich, nur bei SellaBand gibt es eine Grenze von 250.000 Euro.

Einen Überblick über Projekte, die mit Crowdfunding und Crowdinvesting auf unterschiedlichen Plattformen fianziert werden, unterschiedliche Plattformen und Ansprechpartner sowie ein Magazin zum Thema gibt es ab 2014 auf der neuen Website www.crowdfunding-berlin.net.

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